14 Singen mit und ohne Aphasie: der Chorworkshop

Wolfgang Böhmer, Ulrike Wanetschek

Workshop-Inhalt

Aphasie und Singen ist kein Widerspruch, sondern fordert uns geradezu auf, immer wieder in diese Richtung aktiv zu werden.

Unser Anliegen im Chor-Workshop ist es, Menschen mit Aphasie zu motivieren und zu inspirieren, ihre eigenen Stimmen wieder neu zu entdecken. Dabei helfen uns auch Übungen aus der Gesangstechnik. Singen in einem Aphasie-Chor ermöglicht es den aphasischen Sänger*innen mit ihrer Sprache wieder Gemeinschaft, einen gemeinsamen Rhythmus und Gleichklang zu erkennen. Wir werden mit den Teilnehmenden „in Resonanz gehen“; sich auf das Singen einzulassen und damit in bestimmte Schwingungen zu gehen, kann neue positive Energien bringen. Durch das Singen die Aphasie „zum Freund machen“ ist ein schönes Ziel. Wir werden gemeinsam neue Lieder und den Reichtum von Harmonie entdecken.

Über allem steht aber insbesondere der Faktor „Spaß haben“. Menschen ohne Aphasie sind herzlichst willkommen!

Referentenprofil

ULRIKE WANETSCHEK hat an der Hochschule für Musik und Theater München Opern- und Konzertgesang studiert und mit Auszeichnung abgeschlossen. Nach ihrer künstlerischen Tätigkeit an verschiedenen Opernhäusern arbeitet sie heute als Gesangspädagogin, Stimmtrainerin und Chorleiterin. Seit dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Musiktherapeutin (DmtG) arbeitet sie zudem therapeutisch in eigener Praxis in München. Den Münchener Chor für Aphasie Patienten „Aphasingers“ gründete sie vor über zehn Jahren und leitet ihn seitdem.

Wolfgang Böhmer und das Musiktheater

Im Hauptberuf bin ich Komponist und Musikwissenschaftler. Seit 1983 arbeite ich im Musiktheaterbereich an der Auflösung der herkömmlichen Gattungsgrenzen zwischen Sprechtheater, Operette, Musical und Oper mit dem Ziel eines intelligenten und unterhaltenden Musiktheaters. Ich versuche in meinen Stücken eine Synthese zwischen hohem künstlerisch-artistischen Anspruch und direkter Verständlichkeit gleichgültig, ob es sich um ein Musical oder eine Kammeroper handelt. Zunächst ab 1983 mit der Berliner Off-Musicaltruppe COLLEGE OF HEARTS beteiligt an der Entwicklung eines satirischen Underground Musicals, das – noch bevor die Musicalwelle über die BRD hereinbrach – das Genre schon parodierte.
Ab 1995 wurde die NEUKÖLLNER OPER zum Zentrum meiner Aktivität. Dort zusammen mit Peter Lund Entwicklung eines Neuen Deutschen Musicals, das sich zum einen inhaltlich Themen von der Straße aus der unmittelbaren gesellschaftlichen Wirklichkeit zum Stoff nahm, zum anderen musikalisch weniger am amerikanischen Musical, sondern eher an der europäischen Tradition der Musikkomödie oder Operette anknüpfte.
Dem Aphasiker-Chor Berlin bin ich seit 2015 verbunden. Wir treffen uns alle zwei Wochen und haben inzwischen eine dicke Liedermappe mit über hundert Seiten.
Erschöpfende Infos unter: www.wolfgangboehmer.com